Die ersten Momente in der Hitze nach dem Aussteigen aus dem Flugzeug waren unvergleichlich!!!
...Hatte eine richtig gute Zeit während meines EILCs (Erasmus Intensive Language Course) an der Çukurova Üniversitesi in Adana (vom 16. August bis 11.September). Die Stadt liegt etwa 150 km von der Grenze zu Syrien entfernt, ca. 50 km vom Meer. Es war durchgehend unglaublich heiß, oft bis zu 40 Grad, manchmal "nur" 30, hab mir dann auch eines Tages am Meer den fälligen Sonnenbrand geholt. In einer Nacht hat es mal für ein paar Minuten etwas geregnet - es war ein Ereignis!
otobüs kampüste / Bus auf dem Campus
das Gelände ist sehr weitläufig, die Busse innerhalb sind kostenlos
Kampüste köpekler var. / Auf dem Campus gibt es Hunde.
...wenn man ihnen nachts begegnet ist das nicht sehr angenehm. Sie kommen ziemlich nahe, bellen aber "nur" und suchen das Weite, wenn man mit lauter Stimme mit ihnen spricht.
Seyhan gölü / Seyhan-(Stau)See;
Blick vom Campus aus; Das Wasser ist mit Schwermetallen belastet, deshalb ist
1. die Farbe so schön und
2. Baden nicht zu empfehlen.
Unsere Erasmus-Gruppe bestand aus Studenten aus allen möglichen europäischen Ländern - Spanien, Frankreich, Dänemark, Italien, Niederlande, Deutschland, Österreich, Polen, Slowakei... Wir haben alle in einem Wohnheim auf dem riesigen Campus gewohnt, in 2er/3er-Zimmern (Internetanschluss, Bad, Küche, ca. 85 Euro pro Person für die 4 Wochen), abends gab's oft in Zimmern oder auf dem Flachdach Partys. Das Bier ist ganz gut, rakı, das hochverehrte hochprozentige Getränk der Türken, ist auch nicht zu verachten, es sollte eiskalt getrunken werden, gemischt mit Wasser und Eis. Und natürlich ist es auch seeehr interessant, dabei junge Leute aus den verschiedensten Ländern kennenzulernen.
lojman / das Wohnheim;
In Deutschland erwartet man vielleicht einige Fahrräder vor solch einem Gebäude... sind leider nicht so verbreitet hier...
Blick aus dem Bus während der 40-minütigen Fahrt vom Campus ins Stadtzentrum
Adana by night... während der Fastenzeit Ramazan haben spät abends die Bäckereien und andere Läden geöffnet, da man ja erst nach Sonnenuntergang wieder essen darf. Der Großteil der Stadt (über 1,5 Mio. Einwohner) besteht aus diesen Hochhäusern...
...und immer mal wieder einer Moschee (cami).
Iki çocuk pazarda sarımsak satıyor. /
Zwei Jungen verkaufen Knoblauch auf dem Markt.
A new haircut for the German boys. Wenn man sich nicht gescheit verständigen kann, kommt sowas halt raus! ...und der Friseur ist großer Fenerbahçe-Fan, wie man unschwer erkennen kann.
Oft habe ich mit Fabian aus Aachen (im Bild mit dem blaugestreiften Adana-Demirspor-Trikot) und Damian aus Mainz die Zeit verbracht, aber auch mit Sanne aus Dänemark, Xavier aus Katalonien (im Bild in der Mitte, mit Brille) und natürlich mit meinem Zimmerkollegen Bence aus Ungarn. Die Verständigung lief eigentlich immer auf Englisch, auch die vielen Deutschen (etwas weniger als die Hälfte aller 50 Teilnehmer) haben untereinander Englisch geredet, um den Rest nicht auszuschließen. Habe mit Fabian dann auch Englisch geredet wenn niemand anders dabei war, einfach weil's Spaß gemacht hat...
Unanstrengend war das alles auf keinen Fall - und: wenn man nie vor 2 Uhr schlafen geht, kommt man morgens um 8:30 nicht immer so leicht aus dem Bett...
Der Türkisch-Kurs war gut - nicht zu schwer, nicht zu leicht - jeden Tag ca. drei Stunden von 9 bis 12 Uhr, manchmal auch länger, Unterrichtssprache Englisch. Wir hatten ein Arbeitsheft, in dem wir jeden Tag einige Seiten innerhalb verschiedenster Unterrichtsformen bearbeitet haben (einfache Dialoge erfinden, in Einzelarbeit Aufgaben lösen, in Partnerarbeit sich gegenseitig vorlesen, kollektives Nachsprechen etc...) Danach ging's in die Mensa, Essen für weniger als 1,- Euro (natürlich für Vegetarier nicht immer so toll - machmal nur ekliges Leitungswasser, Weißbrot und Reis), dann wieder zurück ins Wohnheim, Übungsblätter bearbeiten, Projektarbeiten in 2er-Gruppen erledigen (hauptsächlich Internetrecherche, PowerPoint-Präsentationen erstellen (wenn möglich in Türkisch); meine Themen: Teigwaren einkaufen / eine türkische Stadt vorstellen / ...). Wenn man irgendwie dazu kam, konnte man vielleicht auch einen Mittagsschlaf dazwischen schieben.
sınıfta / im Klassenzimmer;
unsere Lehrerin Neslihan am Pult;
In jedem offiziellen Büro, Klassenraum o.ä. der Türkei hängt ein Portrait des großartigen Republikgründers Mustafa Kemal, genannt Atatürk (Vater der Türken). (Als Deutscher findet man eine solche Verherrlichung einer politischen Person selbstverständlich etwas unheimlich!)
Mit den türkischen Peerstudents haben die meisten von uns sehr Glück gehabt, viele haben auch mit uns mitgefeiert und sehr viel Spaß gehabt. Tuğçe, meine Peerstudi, hat es glaube ich besonders genossen, nicht immer zu Hause Zeit mit ihrer Mutter verbringen zu müssen. Sie hat mir bei allen möglichen Sachen geholfen und wir haben viel unternommen - Handyregistrierung in Turkcell-Shops, Passphotoladen finden, Zugticket kaufen, Hausaufgaben machen, Wasserpfeife rauchen :-)...
mit Tuğçe vor der allmächtigen Sabancı Merkez Camii (verschiedene Quellen sprechen von der größten Moschee des Landes oder gar des Nahen Ostens) an einem meiner ersten Tage in Adana :-)
An einem Wochenende hat ein Peer ca. 10 Erasmus- und einige Peerstudis zu seiner Familie in eine Wohnung am Meer eingeladen - in Adana waren die Leute total gastfreundlich! Alle haben im Wohnzimmer oder auf dem Balkon auf dem Boden geschlafen.
sleeping guys hiding from the burning sun
view from the balcony
some people from the weekend by the sea
Sonst gab's vom International Office auch immer Aktivitaten: Ausflug auf den Markt (Verhandeln lernen :-)), Welcome- und Goodbye-Dinner, Clubbesuch in der Stadt, International Dinner (jeder kocht ein typisches Gericht aus seinem Land), Wochenend-Trips (Bootsfahrt auf dem Meer, Kappadokien)
Kapadokya'da / in Kappadokien;
Landschaft in Zentralanatolien, großenteils aus Tuff. Dieses Gestein ist ziemlich weich, so dass in viele Formationen komfortable Höhlenräume eingearbeitet wurden, die zum Teil heute noch als Wohnungen genutzt werden.
Wahnsinn!!!
AntwortenLöschen.... welches Gericht hast du denn gekocht??